Menschen ansprechen und gewinnen

Quartiersentwicklung durch Beteiligungsprozesse

5. Ortenauer Forum Bürgerschaftliches Engagement am 21. November setzte sich mit dem Thema Quartiersentwicklung auseinander

Das „Forum Bürgerschaftliches Engagement“ wird jährlich von der Vernetzungsstelle Bürgerschaftliches Engagement des Landratsamtes Ortenaukreis organisiert. Unter dem Motto „Engagement braucht Austausch“ hat die Vernetzungsstelle dieses Format entwickelt, um ehrenamtlich Engagierten und Hauptamtlichen aus den Kommunen und Verbänden die Gelegenheit zu geben, aktuelle Fragen des Bürgerengagements zu diskutieren. Kürzlich fand im Landratsamt in Offenburg das 5. Ortenauer „Forum Bürgerschaftliches Engagement“ statt, das sich mit Thema Quartiersentwicklung auseinandersetzte und in Kooperation mit Sabine Wettstein, Fachberaterin des Landkreistages für das Landesprogramm „Quartier 2020“, durchgeführt wurde. Zentrales Thema war die Frage, wie können vor Ort im Quartier nachhaltiges Bürgerengagement durch Beteiligung initiiert werden kann.

„Die Entwicklung eines Quartiers – ganz gleich ob Straßenzug, Stadtviertel oder Dorf - steht und fällt mit der aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die darin leben“, sagt Ullrich Böttinger. Leiter des Amts für Soziale und Psychologische Dienste, in dem die Vernetzungsstelle BE verortet. „Nicht immer ist es ganz einfach, die Menschen dafür auch zu gewinnen – trotz traditionell hohem Anteil ehrenamtlich Engagierter in Baden-Württemberg. Sie müssen mitdenken, mitgestalten und mitmachen wollen,“ so Böttinger in seiner Ansprache

Sabine Wettstein stellte anschließend die Strategie „Quartier 2020“ vor. Ziel sei es, Quartiere alters- und generationengerecht zu entwickeln. „Kommunen sollen dabei unterstützt werden, zukunftsfähige Konzepte zu entwickeln,“ unterstrich Wettstein.

Anhand von gelungenen Projekten zeigte das Moderatorenteam des Vereins „Generationen.Dialog.Zukunft.“ auf, welche Faktoren bei Beteiligungsprozessen eine Rolle spielen und was Knackpunkte sind, die zu einem Scheitern führen können.

Unter Leitung der Moderatoren widmeten sich die 60 Teilnehmer der vier parallelen Workshops dann der Leitfrage des Tages. Eingesetzt wurde die Moderationsmethode „Dynamic Facilitation“, die auch bei Beteiligungsprozessen in Gemeinden zum Einsatz kommt. „Wesentliches Merkmal dabei ist, dass sie sich nicht an einem vorstrukturierten roten Faden orientiert, sondern sehr offen und mit viel Zeit auf die Ideen und Lösungsvorschläge der Teilnehmenden eingeht. Jeder Person wird so lange zugehört, bis sie keine Ideen mehr hat. Das fördert das gegenseitige Verständnis“, weiß Ingo Kempf von der Vernetzungsstelle Bürgerschaftliches Engagement. „Spannend waren die Ergebnisse und das Fazit. Darin wurde deutlich, dass Bürgerinformation zwar wichtig, aber bei weitem noch keine Bürgerbeteiligung ist“, so Kempf. Bürgerinnen und Bürger würden sich nicht ernst genommen fühlen, wenn Beteiligungsprozesse nicht konsequent und nachhaltig weiterverfolgt werden. „Sie könnten Ihre Mitwirkung zukünftig verweigern“, so Kempf. Zudem sei es erforderlich, ergebnissoffen auf die Menschen im Quartier zuzugehen. Es brauche Transparenz und Kommunikation, vor allem auch dann, wenn es um die Umsetzung der erarbeiteten Ideen gehe, denn nicht jede Projektidee finde in der Folge auch Engagierte, die sich als Kümmerer begreifen und die Umsetzung vorantreiben, so das Fazit aus den der Workshops.

Die Durchführung der Veranstaltung erfolgte in Kooperation mit dem
Landkreistag Baden-Württemberg / Fachberatung Quartier 2020,
unterstützt vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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